Schlauchleitungen und Armaturentechnik: Partner für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Prävention von Arbeitsunfällen hat bei Berufsgenossenschaften höchste Priorität – so auch bei der Zucker-Berufsgenossenschaft mit Sitz in Mainz. Um für ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit ihrer Mitglieder zu sorgen, werden regelmäßig Veranstaltungen rund um das Thema angeboten. Wie zuletzt eine Fortbildungsmaßnahme für Sicherheitsfachkräfte in Wiesbaden: „Sicheres Regeln und Fördern in der Zuckerindustrie – Schlauchleitungs- und Armaturentechnik im Fokus“ war diesmal das Praxisthema, zu dem sowohl Experten der Industrie als auch des Technischen Handels eingeladen waren. Sie informierten die mehr als 60 Teilnehmer über die technischen Möglichkeiten, die Sicherheit im Produktionsprozess um ein Vielfaches zu erhöhen. Begleitet wurden die Fachvorträge von einer themenbezogenen Ausstellung.
Eröffnet wurde der Vortrag von Dr. Jens Reppenhagen, Geschäftsführer der RS Armaturenfabrik GmbH (Norderstedt). Er stellte die Wirkungsweise unterschiedlicher Sicherheitsarmaturen vor, deren Einsatz in der Zuckerproduktion maßgeblich zur Unfallprävention beiträgt. Einer der häufigsten Arbeitsunfälle, nicht nur bei der Herstellung von Zucker, sind Verbrennungen, die durch heißen Dampf verursacht werden. Um dieses Risiko zu minimieren, hat RS beispielsweise die
Trockenkupplung TD entwickelt, welche den heißen Wasserdampf ohne jedes Entweichen von A nach B befördert. Ein weiteres Risiko sind Schlauchleitungen, die entweder durch falsche Handhabung oder Verschleißerscheinungen Gefahr laufen können zu reißen. Um diese Gefahrenquelle auf ein Minimum zu reduzieren, bietet RS Kugeldrehgelenke an, die Torsionen und Knickungen von Schlauchleitungen und somit bedrohliche Schlauchrisse verhindern.
Sicherheit fängt beim Einkauf an
Im zweiten Teil des Vortrags referierte Steffen Schlösser, Technischer Berater und Produktmanager für Schlauch- und Armaturentechnik der Rala GmbH (Ludwigshafen), über die Möglichkeiten des Technischen Handels, sich beim Thema Unfallprävention einzubringen. Der Händler hat zwei Optionen, sich für die Erhöhung der Arbeitssicherheit seiner Kunden einzusetzen. Einerseits kann er durch den Verkauf streng geprüfter und qualitativ hochwertiger Produkte einen erheblichen Beitrag leisten. In diesem Punkt vertraut z.B. Rala auf RS-Qualität und kann so von Beginn an einen hohen Grad an Sicherheit garantieren. Andererseits kann er durch die qualifizierte Beratung und Aufklärung beim Kunden vor Ort effektiv helfen, Arbeitsunfällen vorzubeugen. Die Ursache vieler Arbeitsunfälle liegt nämlich häufig am falschen Einsatz der Produkte. Dabei ist, so Schlösser, „durchaus auch mal der Einkauf unser Problem. Stichwort Billigprodukte („Funktioniert doch!“). Es kommt sehr häufig vor, dass sich der Einkauf ohne Berücksichtigung der Bewertung des Preis-/Leistungsverhältnisses nur aufgrund des Preises für das ‚Billigprodukt’ entscheidet; sicherlich in vielen Fällen, ohne sich der möglichen Risiken im Einsatz bewusst zu sein. Leider muss in vielen Fällen, auch in sicherheitsrelevanten Bereichen, immer erst etwas passieren, bevor die Bereitschaft da ist, Qualitätsprodukte einzusetzen.“ Geprüfte Fachberater für Schlauch- und Armaturentechnik (in Zusammenarbeit des VTH mit der BG Chemie geprüft) wissen nicht nur genau, welche BG-Vorschriften, DIN-Normen und andere Richtlinien einzuhalten sind, sie können auch die Qualität und Herkunft der Schlauchleitungskomponenten beurteilen, deren Einsatz sie beraten.
Kontrolle beugt vor
Ein weiterer Aspekt, der von manchen Betrieben aus Zeitgründen oder Sorglosigkeit vernachlässigt wird, ist die regelmäßige Kontrolle der Schlauchleitungen gemäß der Betriebssicherheitsverordnung. Durch diszipliniertes Einhalten der Verordnungen können potentielle Gefahrenquellen erkannt und rechtzeitig behoben werden. In dem Zusammenhang empfahl Steffen Schlösser den aktuellen Katalog der Schriftenreihe „Sichere Technik“ mit dem Titel „Schlauchleitungen – Sicherer Einsatz“, den die BG Chemie veröffentlicht hat. Dieser enthält umfangreiche Informationen, Sicherheitschecklisten sowie praktische Hinweise.
Stimmen zur Tagung:
Dipl.-Ing. Winfried Harren, Zucker-BG, Abt. Prävention, Abteilungsleiter:
„Ich bin sehr froh, dass wir für die Schulung zwei solch hochkarätige Experten gewinnen konnten. Denn kaum jemand hätte praxisnäher und aktueller zum Thema Arbeitsicherheit referieren können, als diese beiden Männer vom Fach. Sie sind Vertreter zweier essentieller Glieder in der ‚Kette Unfallprävention’! Sowohl der Industrieausrüster als auch der Technische Händler tragen mit hochwertigen Produkten und ihrem umfassenden Know-how maßgeblich zur Sicherheit am Arbeitsplatz bei.“
Dipl.-Ing. Hanns-Henrick Sternke, Zucker-BG, Abt. Prävention, Technischer Aufsichtsbeamter:
„Wie wichtig praxisorientierte Schulungen wie diese wirklich sind, zeigt die große Nachfrage, auch von anderen Berufsgenossenschaften. Der informative Erfolg hat sich bereits herumgesprochen. So hat u. a. die Papiermacher-BG – auf unsere Empfehlung hin – RS für kommende Veranstaltungen eingeladen. Sicherheitsfachkräfte wollen eben Informationen aus erster Hand, damit sie effizienter und zukunftsfähiger handeln können.“
Hans-Werner Fricke, Nordzucker AG, Werk Nordstemmen, Betriebsingenieur:
„Ich bin erstaunt, dass es in Deutschland überhaupt möglich ist, Produkte einzusetzen, die sich nicht an die Vorgaben der DIN-Normen halten. Die EU oder entsprechende Stellen in Deutschland sollten die Einhaltung der Standards strenger überwachen. Denn von minderwertigen oder gar imitierten Produkten geht ein hohes Risikopotential aus, das Menschenleben gefährden kann. In unserem Unternehmen wird das Thema Sicherheit sehr ernst genommen. Deshalb haben wir zusätzlich interne Normen für unser Schlauchprogramm entwickelt, die z.B. noch besser an die verschiedenen Medien sowie Temperaturen angepasst sind.“
Bernd Schulze, Nordzucker AG, Werk Klein Wanzleben, Sicherheitsfachkraft:
„Bei mir haben vor allem die selbsttrennenden Sicherheitskupplungen großes Interesse geweckt, ebenso die Dampftrockenkupplung. Denn wir arbeiten täglich mit heißem Wasserdampf. Deshalb werden wir in Zukunft überlegen müssen, ob wir etwa an Zapfstellen anstatt Kugelhähnen, wie bisher, doch lieber Sicherheitskupplungen einsetzen. Da diese beim Entkuppeln automatisch schließen, minimieren sie das Unfallpotential an entscheidender Stelle.“
Steffen Krämer, Südzucker AG GBZP Ochsenfurt, Hauptsicherheitsfachkraft:
„Derartige Fortbildungsveranstaltungen für Sicherheitsfachkräfte erachte ich als sehr wichtig. Man wird auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht – und das von kompetenten Fachreferenten. Da Schlauchleitungen und Armaturen immer ein Thema bei uns sind, ist es aber auch wichtig, professionelle Unterstützung vor Ort zu haben. Wir sind deshalb froh, mit Rala einen zuverlässigen Partner zu haben, der uns neben der Belieferung mit guten Artikeln auch noch mit einem fachorientierten Service stets zur Seite steht.“
Peter Schwarzwälder, Hellmi Hanseatische Zuckerraffinerie GmbH & Co., Sicherheitsfachkraft:
„Um das Risiko eines Unfalls am Arbeitsplatz zu minimieren, wäre eine engere Kooperation der Hersteller, Händler und Anwender wünschenswert. Zur Verfügung gestellte Qualitäts-Checklisten könnten beispielsweise bereits beim Einkaufen zur Risikominimierung beitragen. Saubere Vorgaben für ein Unternehmen würden so nicht nur den Einkauf und die Prüfung erleichtern, sondern vor allem den Erwerb falscher Teile verhindern.“