Goldschmidt GmbH (Verladebahnhof), Essen

Verladebahnhof Goldschmidt

RS-Referenz: Goldschmidt Verladebahnhof, Essen (Evonik /Degussa) Bei der Goldschmidt GmbH in Essen werden teilweise sensible Basischemikalien produziert. Das ist kein Problem – der Sicherheitsstandard ist anerkannt hoch, und entsprechend gelassen lebt man in den benachbarten Wohngebieten. Gelten im geschlossenen Produktionsprozess schon hohe Anforderungen, dann erst recht im sensiblen Schnittstellenbereich zwischen Produktion und Logistik, da nämlich, wo die Chemikalien den geschlossenen Produktionsprozess verlassen und in die Kesselwagen der Bahn verladen werden. Hier hat das innovative System eines eigens für diese Anwendung entwickelten Schlauchgelenkarms in Verbindung mit einer Nottrennkupplung aus dem Hause RS Roman Seliger den Sicherheitsstandard noch weiter erhöht.  Im Rahmen des internationalen Programms „Responsible Care“ der Chemischen Industrie hat sich Goldschmidt nicht nur zu verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mensch und Umwelt verpflichtet, sondern auch zur fortlaufenden Verbesserung der Anlagen- und Arbeitssicherheit bekannt. Die praktische Umsetzung im Bereich Verladetechnik: Seit Jahren setzt man weitestgehend auf Armaturen und Sicherheitstechnik „Marke RS“. So auch im Verladebahnhof des SI-Werks, wo Eisenbahnkesselwagen aus verschiedenen Chemietanks von oben über eine Ladebrücke befüllt werden.

“Sollbruchstelle“

 Hier dienten Nottrennkupplungen von RS seit langem als Sicherung. Würde sich zum Beispiel ein Kesselwagen durch Rangiervorgänge in Bewegung setzen, während noch der Befüllschlauch angeschlossen ist, würden die drei Bruchbolzen der Nottrennkupplung ABV die gefährdende Krafteinwirkung aufnehmen. Sie sorgen in diesem Fall als “Sollbruchstelle“ für eine kontrollierte Trennung. Die Produktleitung wird dann sicher getrennt, während gleichzeitig die beiden Trennstellen sicher verschlossen werden. Das schützt die Schlauchleitungen vor Beschädigung oder gar Zerstörung und das Bedienpersonal bzw. die Umwelt vor dem unerwünschten Austritt von Medien.

Der lange Arm der Arbeitssicherheit

 Ein Problem aber war noch nicht gelöst. Die Schlauchrüssel zum Befüllen der Tankwagen hingen zunächst an so genannten Balancern. Das war sowohl unter Sicherheitsaspekten als auch im Blick auf die Arbeitsbedingungen suboptimal. Bei einer gemeinsamen Begehung vor Ort durch die verantwortlichen Mitarbeiter von Goldschmidt, der RS-Anwendungstechnik und des Technischen Händlers MSR Schlauchtechnik wurden Lösungen diskutiert, das Handling zu erleichtern und die Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Dabei war die Aufgabe nicht mit einem Standard-Schlauchgelenkarm zu lösen, der nur einen horizontalen Schwenkraum abdeckt, auch nicht nur mit Balancern, die in vertikaler Richtung beweglich sind. RS-Entwicklungschef Dipl.-Ing. Birger Buhk und Anwendungstechniker Dipl.-Ing. Michael Adam entwickelten eine Sonderanfertigung des Schlauchgelenkarms, die in Essen ihre Premiere erlebte. Sie verbindet alle Vorteile des klassischen Schlauchgelenkarms mit den Vorteilen der Balancerlösung.

Unfallfreiheit programmiert

 Zwei dieser Schlauchgelenkarme wurden nun eingebaut. Sie tragen je zwei Chemieschläuche, einer als Produktleitung; einer als Gaspendelung, die beide je mit einer Nottrennkupplung ABV mit den Rohrleitungen aus den Lagertanks verbunden sind. Programmierte Sicherheit, die die beeindruckende Bilanz unfallfreier Tage bei Goldschmidt auf lange Sicht sichern wird.

Mühelos tanken

  Der RS-Schlauchgelenkarm trägt die Last der schweren Chemieschläuche mit der schweren Flanschkupplung. Das reduziert die körperliche Belastung für die Mitarbeiter auf ein Minimum. Seine Beweglichkeit – im Ruhezustand auf weniger als einen halben Meter zusammengeschoben und hochgeschwenkt, ausgefahren sieben Meter lang bei einem horizontalen Schwenkwinkel von fast 180° und einem vertikalen Schwenkwinkel von rund 120° – macht das Betanken der Kesselwagen zu einer mühelosen und präzisen Angelegenheit. Gleichzeitig wird so die Schlauchleitung vor Zugbeanspruchung, Torsion und mechanischer Beanspruchung der Schlauchhülle geschützt, was die Instandhaltungszyklen deutlich verlängert.

Im Notfall entkuppeln

 An der Verladestation im Tanklager des Si-Betriebs werden Kesselwagen der Bahn von oben befüllt. An dieser Schnittstelle zwischen Werk und Logistik stellen Nottrennkupplungen Typ ABV sicher, dass Rangierfehler wie “übereiltes Losfahren“ nicht zur Katastrophe führen. Bei definierter Zugbelastung – weit bevor der Schlauch reißt – trennt die ABV die Verbindung und verschließt die Trennstellen sicher.

Zahlen – Daten – Fakten

Degussa Standort Essen / Goldschmidt GmbH

 Die Goldschmidt GmbH in Essen, 1889 gegründet, heute eine Tochtergesellschaft der Degussa AG, ist der größte produzierende Industriebetrieb der Stadt und beschäftigt und 1.400 Mitarbeiter. Der Standort ist Sitz des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties. Hier werden grenzflächenaktive Spezialchemikalien auf Basis fettchemischer Rohstoffe und modifizierter Siliconverbindungen hergestellt, die ihrerseits als Rohstoffe, Prozesshilfsmittel und Additive in Industrie und Konsumgütern eingesetzt werden. Zum Standort Essen gehört auch eine Produktion in Duisburg. Die Geschäftsführer sind Dr. Claus Rettig, Andreas Bonhoff und Manfred Recksik.
Als Teil der Degussa gehört die Goldschmidt GmbH zu einem Konzernverbund mit rund 44.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 11,8 Mrd. Euro. Degussa ist auf dem Gebiet der Spezialchemie weltweit führend.

MSR Schlauchtechnik GmbH, Schlauchleitungspartner

 Sie sind die Spezialisten für die besonderen und ganz besonderen Schlauchfälle. Die MSR Schlauchtechnik GmbH mit Sitz in Mülheim ist seit 1997 für viele Industrieunternehmen der Partner für maßgeschneiderte Schlauchkonfektionierungen. Die Leistungspalette: Ablängen von Schläuchen, Entwicklung von Spezialschläuchen, Herstellung und Montage von Schlauchleitungen, außerdem die Durchführung der notwendigen Schlauchprüfungen z.B. von Dampfschlauchleitungen nach DIN 2825. Und das als „Handarbeit“ im Einzelfall ebenso wie als Kleinserie. Geschäftsführer sind Michael Süßkraut und Frank Marquardt.


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