Chemieproduktion Goldschmidt
Die Goldschmidt GmbH in Essen ist ein Chemieunternehmen mitten in der Stadt. Das bedingt eine hohe Verantwortung gegenüber Nachbarn und Umwelt. Goldschmidt hat mehr als 1.000 Mitarbeiter. Ihrer Gesundheit gilt die Fürsorgepflicht. Goldschmidt setzt zum Teil explosionsgefährdende Stoffe in der Produktion ein. Das fordert ein konsequentes Sicherheitsbewusstsein. Und von der wirtschaftlichen Gesundheit des Werks hängen Arbeitsplatz und Lebensqualität vieler tausend Menschen ab. Das zwingt zur unablässigen Optimierung bei Anlagen und Prozessen. Ein unlösbarer Aufgabenkomplex? Im Gegenteil: Bei Goldschmidt hat man nicht nur Verantwortung, sondern trägt sie auch. Und zwar vorbildlich.

Im Rahmen des Programms „Responsible Care“ hat sich Goldschmidt nicht nur zu verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mensch und Umwelt verpflichtet, sondern auch zur fortlaufenden Verbesserung der Anlagen- und Arbeitssicherheit. Die praktische Umsetzung im Bereich Rohr- und Schlauchleitungstechnik: Seit Jahren setzt man weitestgehend auf Armaturen und Sicherheitstechnik von RS. Schließlich bilden Schlauch- und Rohrleitungen in einem Chemiebetrieb quasi die Lebensadern. Rund 1.200 Leitungen und mehr als die doppelte Anzahl an Armaturen erfasst die Zentraldatei der Schlauchwerkstatt, die seit sechs Jahren fürs ganze Werk die nötigen Leitungen konfektioniert und in vorgegebenen Abständen auf Dichtigkeit nach der TA Luft, auf elektrische Leitfähigkeit, auf Funktionsfähigkeit gemäß der Druckgeräterichtlinie oder auf Übereinstimmung mit den Normen und dem Merkblatt T 002 der BG Chemie prüft. Hier schlägt sich auch ganz direkt der „Kontinuierliche Verbesserungsprozess“ nieder. So z.B. die Umstellung auf Kugeldrehgelenke, ein Impuls aus der Betriebstechnik des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties, der im Dialog mit den Ingenieuren von MSR und RS zur Serienreife entwickelt und in Essen erstmals eingesetzt wurde. Ergebnis: eine erheblich höhere Standzeit der Schlauchleitungen – bei deutlich geringeren Kosten auf vielen Ebenen.
Leckagefrei kuppeln
Mehr als die Hälfte des Werksteils Ost ist Explosionsschutzzone. Ein Grund mehr, in Sachen Kupplungssicherheit auf die höchste Sicherheitsstufe zu gehen. Die ausgeklügelte Ventiltechnik der Trockenkupplung TR stellt sicher, dass problematische Medien schon im Augenblick des Auskuppelns konsequent abgesperrt sind und es zu keiner Leckage kommt.
Im Notfall entkuppeln
An der Verladestation im Tanklager des Si-Betriebs werden Kesselwagen der Bahn von oben befüllt. An dieser Schnittstelle zwischen Werk und Logistik stellen Nottrennkupplungen Typ ABV sicher, dass ein „übereiltes“ Losfahren nicht zu einer Katastrophe führt. Bei definierter Zugbelastung – weit bevor der Schlauch reißt – trennt die ABV die Verbindung und verschließt beide Trennstellen sicher.
Kombiniert Nottrennung und Trockenkupplung
Warten auf ihren Einsatz in der Verladung: Reinigungsplatz für Schlauchleitungen des Typs TR-Trockenkupplung und – in Synthese mit Nottrennkupplungen – der Typen TMA und TRA. Sie geben zusätzliche Sicherheit, weil sie die Sollbruchstelle definieren und damit handhabbar machen, statt das Risiko gerissener Schlauchleitungen einzugehen.
Schutz vor Heißdampf
Der SIC-Betrieb, ein Produktionsbetrieb des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties, produziert Spezialsilicone, u.a. als Emulgatoren für Cremes und Lotionen in der Kosmetik. Seit Aufnahme der Produktion 2004 gab es keinen meldepflichtigen Unfall. U.a. dank der Trockenkupplung TD für Dampf von RS, deren Ventiltechnik die Mitarbeiter zuverlässig vor 7 bar Druck und rund 180° C heißem Dampf zur Beheizung des Schlauchs schützt.
Standzeit erhöhen
An zahlreichen Stellen in den Betrieben des Werksgeländes, hier im Si-Betrieb, kam es am Übergang von der Anlage zur Abfüllung konstruktionsbedingt zu Knickbelastungen der Schlauchleitung – mit entsprechend hohem Schlauchverschleiß. Eigens dafür wurde das patentierte RS-Kugeldrehgelenk konstruiert. Es erhöht die Lebensdauer der Schlauchleitung und erleichtert das Handling.
Degussa Standort Essen / Goldschmidt GmbH
Zahlen – Daten – Fakten
Die Goldschmidt GmbH in Essen, 1889 gegründet, heute eine Tochtergesellschaft der Degussa AG, ist der größte produzierende Industriebetrieb der Stadt und beschäftigt und 1.400 Mitarbeiter. Der Standort ist Sitz des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties. Hier werden grenzflächenaktive Spezialchemikalien auf Basis fettchemischer Rohstoffe und modifizierter Siliconverbindungen hergestellt, die ihrerseits als Rohstoffe, Prozesshilfsmittel und Additive in Industrie und Konsumgütern eingesetzt werden. Zum Standort Essen gehört auch eine Produktion in Duisburg. Die Geschäftsführer sind Dr. Claus Rettig, Andreas Bonhoff und Manfred Recksik.
Als Teil der Degussa gehört die Goldschmidt GmbH zu einem Konzernverbund mit rund 44.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 11,8 Mrd. Euro. Degussa ist auf dem Gebiet der Spezialchemie weltweit führend.