Clariant, Frankfurt-Höchst

Chemieverladung Clariant

RS-Referenz: Clariant, Frankfurt-Höchst
Eine der modernsten verladetechnischen Ausstattungen für die Be- und Entladung zwischen Lager- und Transporttanks im Industriepark Frankfurt-Höchst ist bei der Clariant Produkte (Deutschland) GmbH am Betrieb HPP1 zu sehen. In diesem Produktionsbetrieb der Business-Unit Pigments werden organische rosa, rote und violette Farbpigmente für die Auto-, die Druck- und die Bauindustrie hergestellt. Drei schwenkbare, flexible Schlauchgelenkarme von RS sorgen dafür, dass dies im Bereich der Verladung sicher, effizient, materialschonend und mitarbeiterfreundlich geschieht.

Mitarbeiter entlastet

Siegfried Cyron, Betriebsmeister in C738, kann sich noch gut erinnern, wie das früher war. “Da lagen die schweren Schläuche auf dem Boden. Die mussten dann mit Muskelkraft bis zum Tankzug gezogen und auf die Höhe der Anschlussarmatur gewuchtet werden. Das war nicht nur Knochenarbeit, sondern auch noch ziemlich diffizil, da wir ja die Kupplungshälften nicht verkanten durften.“ Eine Art der Arbeit, die auf Dauer nicht nur den Rücken der Mitarbeiter belastet, sondern auch die “Lebensdauer“ von Schläuchen und Armaturen reduziert. Marc Enterlein, Kundenbetreuer für Clariant und Teamleiter Industrietechnik der Fa. Mühlberger, die als Technischer Händler mit Lager und Verkaufstheke im nahegelegenen Gebäude C379 den Industriepark u.a. mit Arbeitsschutz und Armaturentechnik versorgt, empfahl als Lösung den Schlauchgelenkarm von RS Seliger.

Die “neue Leichtigkeit“ des Schlauchs

Verladesysteme wie der Schlauchgelenkarm SGA optimieren Sicherheit und Handling im Verladeprozess. Sie verhindern Torsion, Knick- und Zugbelastungen, vermeiden mechanische Beschädigungen der Schlauchhülle durch die Reibung auf dem Boden oder das Überfahren des Schlauchs und erhöhen so die Lebensdauer der Schlauchleitung nachhaltig. Vor allem aber reduzieren sie die körperliche Belastung für die Mitarbeiter auf ein Minimum. Denn darüber hinaus wird das Kuppeln an den LKW dank der hohen Flexibilität der SGATechnologie zu einer mühelosen und präzisen Angelegenheit: In horizontaler Ebene sorgen mehrere bewegliche Glieder für die flexible Überbrückung unterschiedlicher Abstände. In vertikaler Ebene kann eine gasfederunterstützte Hubeinrichtung eingebaut werden, die auf die örtlichen Gegebenheiten – wie z.B. auch das Armaturengewicht – exakt eingestellt wird. So lässt sich nun z.B. eine Schlauchleitung der Nennweite DN 100 mit einem Gesamtgewicht inklusive Medium von mehr als 100 kg dank SGA quasi mit dem kleinen Finger bewegen.

Kundennutzen nach Maß

Im Falle der Verladestation an C738 kamen aber noch weitere Anforderungen hinzu. Die Medien für die Pigmentherstellung, die hier mit Tank-Lastzügen angeliefert und über zwei Schlauchleitungen in die Lagertanks gepumpt werden, die der Produktion vorgelagert sind, haben einen hohen Erstarrungspunkt. In einem Fall kristallisieren die Pigmentrohstoffe schon bei einer Temperatur von etwa 40 °C, im andern Fall von etwa 90 °C. Dafür müssen die Schlauchleitungen elektrisch auf 80 °C bzw. mit Dampf auf 100 °C beheizt und mit einer Dämmung gegen Abkühlung geschützt werden. Der schwerere der beiden Schläuche (Nennweite DN 100) brauchte wegen seines hohen Gewichts eine gasfedergestützte Hubeinrichtung. Und der leichtere der beiden bildet ein quasi geschlossenes Kreislaufsystem. D.h. über eine Gas-Pendelleitung (Nennweite DN 25) wird das Medium-Gasgemisch, das sich in den Tankzügen oberhalb des Mediums befindet, zur Vermeidung eines Unterdrucks bei der Entleerung schon während des Übernahmevorganges mit dem aus dem befüllenden Lagertank verdrängten Gas befüllt. Sollte das Produkt in die Gas-Pendelleitung gelangen, muss diese, um das Leerlaufen des Gas-Pendelschlauches zu gewährleisten, grundsätzlich mit Gefälle verlegt werden – dies stellt ein SGA mit entsprechender Neigung von 5° sicher. In mehreren Gesprächsrunden mit Dipl.-Ing. Michael Adam von der Projektierung des Herstellers RS Roman Seliger, mit Marc Enterlein und dem Betriebsingenieur des Clariant-Betriebes, Dipl.-Ing. Michael Lang, wurden die Anforderungen präzisiert, das Aufmaß genommen, Lösungen diskutiert. Michael Adam konstruierte dann die individuelle Clariant-Lösung.

Sonderwünsche – ja bitte

Leerlauffähige Gaspendelleitung DN 25 mit 5 m horizontalem Arbeitsbereich: Ergebnis: Ein Sonder-SGA, bestehend aus 9 Segmenten plus Ablage mit einer maximalen Länge von 5 m und einem Gefälle von 5°. Der als Gaspendelleitung dienende VA-Wellschlauch (Gesamtgewicht ca. 25 kg) ist zusätzlich mit dem Mutterteil einer RS Trockenkupplung der TK-Serie ausgestattet. Aufgrund Ihrer Kugelventiltechnik ist die TK-Serie ideal für diesen Einsatz. Sie bietet: 1) Sicherheit vor ausströmendem Gas im abgekuppelten Zustand; 2) vollen Querschnitt im gekuppelten Zustand und damit Vermeidung von zusätzlichem Druckverlust und Erhalt der Leerlauffähigkeit; 3) die Eignung für die hier geförderten, auskristallisierenden und aushärtenden Medien, die eben auch über das Medium-Gasgemisch in die Gaspendelleitung gelangen können.

Entladeleitung DN 50 mit elektrischer Beheizung und 3 m horizontalem Arbeitsbereich Ergebnis: Ein SGA in Standardausführung, bestehend aus 4 Segmenten plus Schlauchablage mit einer maximalen Länge von 3 m, ausgerüstet mit einem VA-Wellschlauch mit elektrischer Beheizung bis 80°C (Gesamtgewicht inklusive Medium ca. 35 kg).

Dampfbeheizte Entladeleitung DN 100 mit über 100 kg Gewicht und 5 m horizontalem Arbeitsbereich Ergebnis: Ein Sonder-SGA, bestehend aus 5 Segmenten plus Sonderablage zur Aufnahme der vorhandenen Anschlussarmaturen mit einer maximalen Länge von 5 m. Die integrierte Hubeinrichtung ermöglicht einen vertikalen Höhenausgleich von +/- 250 mm der ca. 50 kg schweren Anschlussarmatur. Ausgerüstet mit einem doppelwandigen VA-Wellschlauch der Nennweite DN 100, dampfbeheizt mit etwa 100°C.

Entspannt entladen

Nach mittlerweile zwei Einsatzjahren zieht Dipl.-Ing. Michael Lang ein positives Resumee: “Die Entscheidung für den RS-Schlauchgelenkarm hat sich absolut bewährt. Die Kollegen an der Entladestelle schätzen die körperlich leichtere und entspanntere Arbeit. Und die Instandhalter die verlängerten Lebenszyklen des Materials.“

Sekundenschnell kuppeln

Die Schlauchleitung für die Gaspendelung wird mit einer Trockenkupplung der TK-Serie von RS (Nennweite DN 25) sekundenschnell und sicher mit dem Gegenstück am LKW-Tank verbunden. Dabei bietet sie auch zähfließenden Medien den vo llen Durchfluss. Beim Entkuppeln sind beide Enden immer wieder sicher verschlossen, so dass es zu keiner Leckage kommt. Darüber hinaus macht die TK den Einsatz eines Drehgelenks überflüssig, da dessen Leistungsmerkmal direkt in die TK integriert wurde.

Mühelos entladen

An drei Stellen am Gebäude C 738 tragen Sonderanfertigungen des Schlauchgelenkarms SGA die Last der Schlauchleitungen. Das reduziert die körperliche Belastung für die Mitarbeiter auf ein Minimum. Seine horizontale Beweglichkeit macht die Kupplung z.B. an den LKW-Tank zu einer mühelosen und präzisen Angelegenheit. Gleichzeitig werden so die Schlauchleitungen vor Zugbeanspruchung, Torsion und mechanischer Beanspruchung der Schlauchhülle geschützt, was die Instandhaltungszyklen deutlich verlängert.

Zahlen – Daten – Fakten

Clariant AG, Standort Frankfurt-Höchst

Clariant (“Exactly your chemistry“) ist ein global tätiges, weltweit führendes Unternehmen der Spezialitätenchemie. Das Unternehmen ist global mit über 100 Konzerngesellschaften vertreten und beschäftigt rund 17.500 Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist Muttenz bei Basel, Schweiz. 2009 erzielte Clariant einen Umsatz von 6,6 Mrd. SFR (etwa 4,4 Mrd. €). In Deutschland ist Clariant mit vier Gesellschaften vertreten, darunter die weltweit größte Gesellschaft des Konzerns: die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH. Insgesamt arbeiten rund 4.800 Mitarbeiter für die deutschen Clariant-Gesellschaften. An zehn Produktionsstandorten stellt Clariant in Deutschland eine breite Palette chemischer Spezialitäten her. Sie spielen in den Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen der Kunden eine entscheidende Rolle oder verleihen deren Endprodukten wertsteigernde Eigenschaften. Im Industriepark Höchst sind rund 1.600 Mitarbeiter für Clariant tätig. Der Standort ist der BU Pigments zugeordnet. Dort werden vorwiegend Pigmente für unterschiedliche Anwendungen hergestellt.

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