Interview zur Unternehmensausrichtung

Im Gespräch mit dem RS-Geschäftsführer: Neues Denken, neues Handeln, neue Wege

Die RS Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH hat im Markt einen guten Namen als einer der technologisch führenden Hersteller auf dem Gebiet der Schlauchleitungstechnik. Seine Edelstahl-Sicherheitskupplungen sorgen bei anspruchsvollen Anwendungen in der Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie ebenso wie an der Schnittstelle zwischen Industrie und Logistik (Schiffe, Flugzeuge, Tankwagen ...) für den sicheren Transport und das sichere Handling auch problematischer Medien. Das hundertjährige Jubiläum 2004 war eine Erfolgsschau. Doch im 101. Jahr seines Bestehens hat sich RS Roman Seliger neu aufgestellt. Und bei dem umfassenden Relaunch kamen nicht nur ein neues Design und ein neues Logo heraus. Mit absoluter Innovationsorientierung im Ingenieurbereich und offensiver Marketingorientierung im Vertriebsbereich greift das europaweit agierende mittelständische Unternehmen mit Sitz in Norderstedt an, um internationaler Champion seiner Klasse zu werden. Wie das gehen soll, das erklärt uns Dr.-Ing. Jens Reppenhagen, Geschäftsführer der RS Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH in Norderstedt.


Dr. Jens Reppenhagen: „Es wird nicht alles anders, aber alles besser. Was war, das bleibt. Worauf sich unsere Partner in der Anwenderindustrie bei uns bisher verlassen konnten, darauf werden sie sich auch in Zukunft verlassen können. Aber sie haben es jetzt mit einem Roman Seliger zu tun, der an sich selbst einen ganz andern Anspruch hat. Und folgerichtig auch an seine Vertriebspartner und Kunden einen neuen Anspruch haben muss.“

Frage: „Sie haben doch schon jetzt ein hervorragendes Image mit Ihrer Marke und genießen unter Fachleuten für Schlauch- und Armaturentechnik hohe Sympathiewerte. Was wollen Sie daran noch ändern?“

Dr. Jens Reppenhagen: „Das ist richtig und ist auch gut so. Aber Stillstand ist bekanntlich Rückschritt, und wir wollen weder Rückschritt noch Stillstand, sondern Fortschritt. Und zwar nicht nur in kleinen Schritten. Wir haben unser Ziel hochgesteckt. Wir wollen in unserem Marktsegment auch im europäischen Maßstab die Nummer eins werden. Die Nummer eins als Marke, als Unternehmen, als Dienstleister, als Kompetenzträger und als Ansprechpartner in Sachen Armaturentechnik. Und dieses Ziel wollen wir mit unseren leistungsfähigen Partnern im Technischen Handel und unseren Kunden gemeinsam erreichen. Dafür ist sicherlich ein neues Denken notwendig. Aber nur neues Denken und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, führt auch zu neuem Handeln.“

Frage: „Was heißt das denn nun konkret?“

Dr. Jens Reppenhagen: „Unser neues, modernes Logo in Verbindung mit dem neuen Slogan ‚RS – die starke Marke im System’ ist ja eine Botschaft. Die starke Marke ist Botschaft und Vehikel zugleich, sie wird im Mittelpunkt einer deutlich verstärkten Markenkommunikation stehen. Wir machen unseren Kunden stark im Wettbewerb und geben ihm die Sicherheit der Marke. Und ‚im System’ besagt, dass wir eben nicht nur eine Komponente als Anhängsel der Rohr- oder Schlauchleitung liefern, sondern ein Schlauchleitungssystem mit unserer Hochwertarmatur als zentraler Problemlösung entwickeln. Starke Marke im System bedeutet: mehr Innovation, mehr Sicherheit, mehr Umwelt, mehr Nutzen. Und zwar für unsere Partner im Handel und unsere gemeinsamen Endkunden! Das ist der Anspruch, hinter dem die Menschen von RS stehen.“

Frage: „Wie wollen Sie das erstens im Markt erreichen und zweitens im Markt vermitteln?“

Dr. Jens Reppenhagen: „Wir wollen nicht unsere Ideen auf die vorhanden Kapazitäten zurückschneiden, sondern umgekehrt. Wir haben heute schon eine sehr schlagkräftige und hochqualifizierte Mannschaft von Ingenieuren, die in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung anerkanntermaßen und in hoher Taktfrequenz Innovationen in Serie erarbeiten, mit denen wir sicherlich weltweit keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Schließlich setzen unsere Verbindungs- und Regelelemente für Schlauch- und Rohrleitungssysteme in Europa Standards. Jetzt gilt es, dafür aktiver als bisher Markt zu machen. Wir sind gerade dabei, analog zu unserer Inge-nieurabteilung eine deutlich größere und schlagkräftigere Vertriebs- und Marktabteilung auszubauen. Hier werden wir auch in erheblichem Umfang investieren, nicht aber nur in mehr Personal, sondern vor allem in ganz neue Wege. Nur mit absoluter Innovationsorientierung im Ingenieurbereich und offensiver Marketingorientierung im Vertriebsbereich setzen wir unsere Vision um, in unserer Branche die Nummer eins zu werden.“

Frage: „Haben Sie denn bisher im Markt zu wenig gemacht?“

Dr. Jens Reppenhagen: „Genug, um den bisherigen Erfolg zu realisieren. Schließlich waren die letzten Jahre jeweils die erfolgreichsten unserer Firmengeschichte. Aber nicht genug für die künftig geplanten Erfolge. Mit unserer größeren Marktmannschaft können wir sicherlich mehr als bisher die vorhandenen PS auch auf die Straße bringen. Wir werden unsere starken Referenzen ins Spiel bringen. Wir werden uns als Dienstleister erlebbarer machen. Wir wollen durch den richtigen Mix an Branchen und Produktspezialitäten noch effizienter werden. Wir wollen ein flächendeckendengmaschiges Netzwerk mit Persönlichkeiten aufbauen, die ihrerseits Schlüsselpositionen in ihren eigenen Beziehungsnetzwerken einnehmen. Hinzu kommt eine systematische, flächendeckende Kommunikationsoffensive auf allen Ebenen. Bei allen Zielgruppen und allen Vertriebsstufen und über einen langen Zeitraum hinweg. Marktanteile gewinnt man heute nur durch Verdrängung, und die wird nur erreicht durch konsequente Nutzung aller konventionellen und aller innovativen Wege.“

Frage: „Müssen wir nicht damit rechnen, dass ein Unternehmen, das auch nur einen Teil Ihrer Ziele umsetzt, ein attraktiver Übernahmekandidat wird?“

Dr. Jens Reppenhagen: „Attraktiv ja, aber sicher nicht Kandidat. Wir wollen expandieren und können das als durch und durch gesundes Unternehmen aus eigener Kraft. Wir werden auf diesem Expansionskurs möglicherweise selber in strategische Zukäufe investieren. Aber auf keinen Fall verkaufen. Schließlich sind und bleiben wir ein mittelständisches Unternehmen in Familienbesitz, nämlich der Familie Seliger. Und hier gelten nach wie vor mittelständische Unternehmertugenden.“

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