Instandhaltung, Fa. Goldschmidt

Mit RS-Armaturen zu längeren Standzeiten: Runde Sache

In der chemischen Industrie sind Schlauchleitungen quasi die Lebensadern. Diese Lebensadern in dauerhaft gutem Zustand zu erhalten ist in doppelter Hinsicht eine Kostenfrage. Längere Standzeiten senken auf Sicht Beschaffungs- und Instandhaltungskosten. Kürzere oder gar keine Ausfallzeiten vermeiden erhebliche Betriebskosten ohne gleichzeitige Wertschöpfung. Dass sich durch technische Innovationen im Armaturenbereich die Kostenschraube wirksam nach unten drehen lässt, zeigt eine gelungene Problemlösung am Beispiel des Chemieunternehmens Goldschmidt GmbH in Essen. Hier kam es im Rahmen des innerbetrieblichen „Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“ zur Umstellung auf Kugeldrehgelenke, ein Impuls aus der Betriebstechnik des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties, der im Dialog mit den Ingenieuren von RS Roman Seliger und MSR zur Serienreife entwickelt und in Essen erstmals eingesetzt wurde.

Goldschmidt in Essen, eine Tochter der Degussa AG, ist ein Chemieunternehmen mitten in der Stadt. Das bedingt eine hohe Verantwortung gegenüber Nachbarn und Umwelt. Im Rahmen des Programms „Responsible Care“ hat sich Goldschmidt nicht nur zu verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mensch und Umwelt verpflichtet, sondern auch zur fortlaufenden Verbesserung der Anlagen- und Arbeitssicherheit. Die praktische Umsetzung im Bereich Rohr- und Schlauchleitungstechnik: Seit Jahren setzt man weitestgehend auf Armaturen und Sicherheitstechnik Marke RS, also auf Produkte und Dienstleistungen der Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH (Norderstedt).


Instandhaltung und Prüfung im Werk

Rund 1.200 Leitungen und mehr als die doppelte Anzahl an Armaturen erfasst die Zentraldatei der Schlauchwerkstatt, die seit sechs Jahren fürs ganze Werk die nötigen Leitungen konfektioniert und in vorgegebenen Abständen auf Dichtigkeit, auf elektrische Leitfähigkeit, auf Funktionsfähigkeit gemäß der Druckgeräterichtlinie oder auf Übereinstimmung mit den Normen und dem Merkblatt T 002 der BG Chemie prüft.

Die Erfassung aller Schlauchleitungen, ihres Zustands und ihrer Prüfungen in der Zentraldatei erlaubt eine gute Analyse – sowohl der potentiellen Produktlebensdauer als auch der Ursachen für eine signifikant verkürzte Lebensdauer. Dabei fiel auf, dass viele Schlauchleitungen vor der Zeit Schäden aufwiesen, die z.B. auf Torsion oder Knickbelastung zurückzuführen waren. Ein Blick an den Einsatzort erklärte meist schnell die Entstehungsgeschichte: Entweder zwang der enge Raum an den Tanks zu einem übermäßig engen Biegeradius des Schlauchs, oder das Eigengewicht der Schlauchleitung führte am Ansatz zum Lagertank zum Knick, vor allem, wenn ein Ende von der „Gegenstelle“ abgekuppelt wurde und die Leitung frei im Raum hing. Und da, wo Schlauchleitungen wechselnd an verschiedene Tanks oder Fässer anzukuppeln waren, wurden diese Schläuche von den Mitarbeitern häufig axial verdreht.


Von der starren zur flexiblen Armatur

Keine Lösung, nirgends? Die Betriebstechniker dachten über mögliche Wege nach, diskutierten die Frage mit Frank Marquardt, Geschäftsführer der MSR Schlauchtechnik GmbH (Mülheim), der als Technischer Händler für Goldschmidt seit Jahren als Schlauchleitungskonfektionär tätig ist, sowie mit den Entwicklungsingenieuren von RS. Die Aufgabenstellung: eine Lösung, die die mechanischen Belastungen für den Schlauch merklich reduziert und die nach Lage der Dinge nicht im Schlauch selbst liegen konnte, sondern nur in der Armatur. Die Lösung: eine Armatur, die sich ein Stück weit den Bewegungen des Schlauchs anpasst. Die RS-Entwicklungsingenieure in Norderstedt setzten die Idee um und konstruierten das zum Patent angemeldete RS-Kugeldrehgelenk. Mit seinem Schwenkwinkel von insgesamt ca. 50° in alle Richtungen folgt das bewegliche Ende des Kugeldrehgelenks den Schlauchbewegungen, wenn etwa der Mitarbeiter die Schlauchleitung zum Ankuppeln an einen anderen Tank führt. Das vermeidet bzw. reduziert Knick- und Torsionsbelastungen. Ein häufig vorkommendes Beispiel: Bei waagrechten Leitungsausgängen nimmt das Gelenk einen guten Teil des Weges nach unten auf, verlagert also gleichsam den Knick aus dem Schlauch in das Drehgelenk, das für diese Belastung ja konstruiert wurde.


Standzeit erhöht

An zahlreichen Stellen in den Betrieben des Werksgeländes, wo es zuvor konstruktionsbedingt zu Knickbelastungen der Schlauchleitungen mit entsprechend hohem Schlauchverschleiß gekommen war, wurden inzwischen RS-Kugeldrehgelenke eingesetzt. Das Ergebnis bekam die Schlauchwerkstatt zu spüren – in Form von weniger Arbeit und erheblich höherer Standzeit der Schlauchleitungen. Und die Betriebsleitung in Form von reduzierten Instandhaltungskosten.


RS Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH: RS – Die starke Marke im System

RS hat im Markt einen guten Namen als einer der technologisch führenden Hersteller auf dem Gebiet der Schlauchleitungs- und Armaturentechnik zum sicheren Fördern und Regeln von ganz unterschiedlichen Medien. Seine Kupplungen sorgen bei anspruchsvollen Anwendungen vom Anlagenbau bis zur Chemie- oder Pharmaindustrie ebenso wie an der Schnittstelle zwischen Industrie und Logistik (Schiffe, Flugzeuge, Tankwagen ...) für den sicheren Transport und das sichere Handling auch problematischer Medien. Zu leisten ist das nur mit absoluter Innovationsorientierung im Ingenieurbereich und einer starken Servicekomponente vor Ort. Das weltweit agierende mittelständische Unternehmen mit Sitz in Norderstedt ist qualitätszertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000 und verfügt über Zulassungen des TÜV und des Germanischen Lloyd. Geschäftsführer ist Dr.-Ing. Jens Reppenhagen.


Degussa Standort Essen / Goldschmidt GmbH: Zahlen – Daten – Fakten

Die Goldschmidt GmbH in Essen, 1889 gegründet, heute eine Tochtergesellschaft der Degussa AG, ist der größte produzierende Industriebetrieb der Stadt und beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter. Der Standort ist Sitz des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties. Hier werden grenzflächenaktive Spezialchemikalien auf Basis fettchemischer Rohstoffe und modifizierter Siliconverbindungen hergestellt, die ihrerseits als Rohstoffe, Prozesshilfsmittel und Additive in Industrie und Konsumgütern eingesetzt werden. Zum Standort Essen gehört auch eine Produktion in Duisburg. Die Geschäftsführer sind Dr. Claus Rettig, Andreas Bonhoff und Manfred Recksik.


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